Grundlagen Autopolitur

Grundsätzlich haben alle Arten von Politur eines gemeinsam: Sie werden direkt auf den Lack oder auf ein Hilfsmittel aufgebracht, um damit eine Oberfläche zu polieren, reinigen und zu glätten.

 

Die Eigenschaft Lackschichten zu glätten oder abzutragen, bedingt, dass eine Politur eine gewisse Schleifwirkung erzielen muss. Dies unterscheidet eine echte Politur von allen anderen Lackpflege-Produkten.

 

Im Vergleich mit Oberflächen-Versiegelungen (Wachs, Nanotechnik und andere) kann nur eine Politur mit Schleifwirkung Schäden und Verschmutzungen beseitigen.

 

Die Schleifwirkung ist die zentrale Eigenschaft einer Politur. „Polieren“ hat immer eine Lackreinigung, Lackglättung oder das Entfernen von kleineren Kratzern oder Schäden zum Ziel. Für neue Lacke oder Lacke, die frisch gereinigt oder aufbereitet worden sind, empfiehlt sich daher die Anwendung einer Politur nicht. Eine Politur kommt immer dann zum Einsatz, wenn es darum geht, beanspruchte Lacke wieder aufzufrischen oder zu reparieren.

 

Eine Politur enthält einen gewissen Anteil an festen Bestandteilen, die für Schleif-Wirkung sorgen. Je dicker die Konsistenz einer Politur ist, desto mehr dieser festen Bestandteile sind in einer Politur enthalten. So sind sehr sanfte Polituren, die nur eine minimale Schicht des Lacks abzutragen in der Lage sind, in der Regel sehr dünnflüssig, während starke Polituren mit einem hohen Anteil an festen Bestandteilen sehr zähflüssig bis trocken anmuten.

 

So werden sanfte Polituren gerne mit dem Attribut „Glanz“ in Verbindung gebracht, weil diese für ein perfektes Finish sorgen und werden für neuwertige Lacke mit kleinsten Verunreinigungen oder Rückständen empfohlen. Starke Polituren werden oft als „Lackreiniger“ oder „Schleif/Polier-Paste“ bezeichnet und dienen der Grundaufbereitung eines beanspruchten Lackes.

 

Die Auswahl der richtigen Politur und Politurmethode

Je nach Zustand des Lackes sollte man eine passende Politur mit passender Schleifwirkung wählen, d.h. je größer die Verunreinigung oder der Schaden am Lack, desto größer muss auch die erzielbare Schleifwirkung der verwendeten Politur sein. Diese erzielbare Schleifwirkung einer Politur ist nicht nur abhängig von der Konsistenz des Produkts, sondern auch von der Politur-Methode und des gewählten Hilfswerkzeuges, mit dem die Politur verarbeitet wird.

 

So ist eine Politur von Hand wesentlich sanfter als eine Politur mit einer Poliermaschine und beide Methoden umso intensiver je mehr Druck ausgeübt wird. Das bedeutet: Je stärker eine Oberfläche beansprucht oder beschädigt ist, desto intensiver muss die Schleifwirkung der verwendeten Politur sein und desto mehr muss vom Lack abgetragen werden, um diesen wieder zu glätten.

 

Generell gilt: Stets mit der sanftesten Methode beginnen und nach und nach den Druck und die Schleifwirkung steigern, wenn der gewünschte Erfolg ausbleibt. Polieren bedeutet Schleifen! Sehr starke Polituren können durchaus die Schleifwirkung von Sandpapier erzielen. Gehen Sie umsichtig zu Werke!